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Akupressurmatten-Vergleich
Ratgeber · 5 Min Lesezeit

Akupressur bei Übelkeit: Welche Druckpunkte können helfen?

Der P6-Punkt am Handgelenk ist einer der am besten untersuchten Akupressurpunkte – hier zeigen wir, wie er funktioniert.

Akupressur bei Übelkeit ist einer der wenigen Anwendungsfälle, zu denen es auch in der westlichen Wissenschaft eine nennenswerte Studienlage gibt – konkret zum sogenannten P6-Punkt am Handgelenk. Hier erklären wir, wie er funktioniert, wann er hilft und wann nicht.

Der P6-Punkt (Nei Guan): Lage

Der P6-Punkt liegt am inneren Handgelenk:

  • Drehe deine Handfläche nach oben.
  • Lege drei Finger (Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger) der anderen Hand quer auf die Beugefalte des Handgelenks.
  • Direkt oberhalb des dritten Fingers, mittig zwischen zwei spürbaren Sehnen, liegt der P6.

Wie wird P6 angewendet?

Mit dem Daumen der gegenüberliegenden Hand wird ein gleichmäßiger, spürbarer Druck auf den Punkt ausgeübt – etwa 1–3 Minuten. Atme dabei ruhig. Manche Anwender wechseln zwischen beiden Handgelenken.

Akupressur-Armbänder

Im Handel erhältlich sind Akupressur-Bänder (oft unter Markennamen wie „Sea-Band"), die an der richtigen Stelle einen kleinen Druckknopf haben. Sie werden vor allem bei Reise- und Schwangerschaftsübelkeit eingesetzt – und sind in mehreren klinischen Studien untersucht.

Was sagen Studien?

Eine Cochrane-Übersichtsarbeit zu Akupressur bei Übelkeit nach Operationen kommt zu vorsichtig positiven Ergebnissen für den P6-Stimulus. Auch bei Schwangerschafts- und Reise-Übelkeit gibt es moderate Hinweise, dass P6-Akupressur subjektive Übelkeit reduzieren kann. Die Effekte sind meist nicht stark, aber konsistent berichtet worden – und Akupressur ist im Vergleich zu Medikamenten nebenwirkungs- arm.

Welche Übelkeit – wann sinnvoll?

  • Reise-Übelkeit: Akupressur-Band oder P6-Druck vor Antritt anlegen.
  • Schwangerschafts-Übelkeit (1. Trimester): P6 wird häufig als ergänzende, sanfte Methode genannt. Vor Anwendung mit Hebamme oder Ärztin sprechen.
  • Übelkeit nach OP oder bei Chemotherapie: Studienlage besteht – sollte aber zusammen mit der behandelnden Klinik abgestimmt sein.

Akupressurmatte und Übelkeit – passt das zusammen?

Eine klassische Akupressurmatte reizt flächig den Rücken und nicht punktgenau das Handgelenk – für die spezifische Übelkeits-Anwendung ist sie also nicht das passende Werkzeug. Viele Anwender:innen berichten allerdings, dass eine ruhige Matten-Routine zur allgemeinen Entspannung beitragen kann. Wer den P6-Punkt gezielt arbeiten möchte, ist mit P6-Bändern oder Daumen-Druck näher am Punkt.

Hinweis

Akupressur ersetzt keine ärztliche Diagnostik. Bei anhaltender, unerklärter Übelkeit – insbesondere mit weiteren Symptomen wie Erbrechen, Gewichtsverlust oder Bauchschmerzen – immer ärztlich abklären lassen.

Quellen

  • Lee A, Chan SK, Fan LT.: Stimulation of the wrist acupuncture point P6 for preventing postoperative nausea and vomiting, Cochrane Database, aktuelle Auflage.
  • Streitberger K. et al.: Acupressure in the treatment of nausea and vomiting, Anaesthesia.